Europatag in Melle

„Sprachkenntnisse erweitern, Leute aus anderen Ländern kennenlernen und neue Herausforderungen meistern.“ So beschrieben Petra Wagner, Leonie Brehm und Paula Sophie Melcher ihre Erfahrungen beim Auslandspraktikum in Wien und Budapest. Die professionell und unterhaltsam aufgebauten Präsentationen der Auszubildenden begeisterten auch den ehemaligen Präsidenten des Europäischen Parlaments, Hans-Gert Pöttering.

Europatag an der BBS: Das war der krönende Abschluss einer ganzen Woche unter dem Motto „Danke Europa“. 1600 Schüler und Schülerinnen sollten an der Veranstaltung teilnehmen. So hatte es zumindest das Organisationsteam Hera Brand, Stefanie Bölke und Sabine Preuss unter der Leitung von Silke Löw geplant.

Alles war akribisch vorbereitet: Aufbau der großen Bühne, im Foyer erklang jeden Tag die Europa-Hymne, und die gesamte Schülerschaft freute sich auf den Festakt.

Doch kurzfristig änderte sich alles wegen des Coronavirus. „Es sind nur noch einhundert Teilnehmer genehmigt“, berichtete Schulleiter Hermann Krüssel mit Blick auf den eingegrenzten Zuschauerkreis.

„Ich bin froh, dass ich heute hier sein darf, denn meine nächsten Termine in Aachen, Brüssel und Mazedonien sind alle abgesagt.“ So begann die beeindruckende Rede von Hans-Gert Pöttering über die Entwicklung Europas.

Es sei eine Wertegemeinschaft mit 500 Millionen Menschen in 27 Ländern und dem größten Binnenmarkt weltweit. Der 1945 geborene Professor aus Bad Iburg setzte sich vehement für die finanzielle Förderung der Erasmus-Stipendien ein und forderte die Schüler auf: „Es ist eure Aufgabe und zugleich die größte Herausforderung, diese Werte sowie die Würde jedes einzelnen Menschen zu verteidigen und das nicht der Politik zu überlassen.“

Die hohe Bedeutung eines friedlichen Europas stand im Fokus sämtlicher Reden, bei der stellvertretenden Bürgermeisterin Christina Tiemann ebenso wie bei Gunter Ring von der Gesellschaft für Europabildung aus Berlin.

Das Auslandspraktikum ist seit sieben Jahren eine beliebte Tradition an der BBS, die den Titel der Europaschule trägt. 35 Auszubildende arbeiteten in Portugal, Nordmazedonien, auf Malta und in Sevilla. Drei von ihnen berichteten mit großem Enthusiasmus vom Leben und Arbeiten in Wien und Budapest.

Als sogenannter „freemover“ organisierte Paula Sophie Melcher ihr einmonatiges Praktikum selbst. Die Auszubildende im dritten Lehrjahr arbeitete bei einem Tochterunternehmen der Firma Kesseböhmer in Budapest. Ihr Ziel ist die Weiterbildung zur Europakauffrau.

„Ich habe die Chance genutzt, internationale Erfahrungen zu sammeln“, erklärte die 20-Jährige, die in der Qualitätskontrolle Liftbeschläge prüfte, Belastungstests durchführte und Arbeitsschritte für ein neues Produkt dokumentierte. Außerdem arbeitete sie aktiv in der Produktion mit. Es sei ein entspannter Arbeitsalltag mit herzlichen Menschen gewesen. Paulas Tipps für ein Praktikum lauten: Unterkunft bei Airbnb buchen, Fördergelder beantragen, Kontakte knüpfen und Spaß haben.

„Wir lieben Wien und haben eine unvergessliche Zeit erlebt“, berichteten Leonie Brehm und Petra Wagner, die im Jugendzentrum „Come together“ mit Kindern und Jugendlichen arbeiteten und sich schnell einlebten. Die Freizeit füllte ein straffer Zeitplan mit Sehenswürdigkeiten aus. „Holt euch Hilfe bei Apps wie Uber und moovit für den Nahverkehr“, informierte das Duo.

Charmant und eloquent führte das Moderatorenteam Julian Korte und Jasmina Frey durch das unterhaltsame Programm. Großen Applaus erhielt die Musikgruppe des Orchesters vom Gymnasium Melle unter Leitung von Petra van Verth.

Als Christina Tiemann und Hans-Gert Pöttering die Europässe verteilten, freute sich der Schulleiter Hermann Krüssel: „Danke Europa, die Botschaft für Frieden ist uns ganz wichtig.“