Mit der Gesellschaft für Europabildung (GEB) Polen erkunden

Homo Faber Polonia - Teilnehmerbericht

In den letzten Jahren hat das Interesse in Deutschland am Nachbarland Polen stark zugenommen und immer mehr Deutsche möchten die Sprache des Nachbarn erlernen. Am besten geht das, wenn man für einige Monate im Land lebt. Ideal kombiniert ist es in dem Programm der Gesellschaft für Europabildung (GEB) "Homo Faber Polonia". Denn die Teilnehmer benutzen ihre Sprachkenntnisse gleich in einem Berufspraktikum, das ihren Qualifikationen entspricht.
 

Jochen T. ist Anfang Oktober 2008 von der GEB nach Wroclaw in Polen entsandt worden. Der gelernte Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung aus Berlin arbeitet jetzt für fünf Monate in einer Spedition und Verkaufsfirma bei Wroclaw, die mit Betonzusatzstoffen handelt. Die ersten drei Wochen seines Aufenthaltes hat er an einem dreiwöchigen Sprachkurs teilgenommen.

"Ich wollte vor allem ein osteuropäisches Land erkunden. Polen ist meiner Meinung nach das Interessanteste. Ich erforsche die Arbeitsstrukturen in meinem Praktikumsbetrieb, lerne ununterbrochen Polnisch und helfe auf der Arbeit wo ich kann. Während ich jetzt hier bin, denke ich, dass sechs Monate immer noch nicht genug sein könnten."

Für die Stipendien können sich alle Bürger mit festem Wohnsitz in Deutschland bewerben. Eine Altersbegrenzung besteht nicht. "Homo Faber Polonia" richtet sich vor allem an Bewerber aus den Bereichen Hotel/Gastronomie, Büro- oder Medientechnik. Weitere Informationen sind unter www.europabildung.org zu finden.

Jochen T. genießt derweil seinen Aufenthalt in Polen und lässt sich gern überraschen, wie die Dinge in einem anderen Land so ablaufen. " Ich kann jedem nur empfehlen, einmal ein Praktikum im Ausland zu machen. Man sollte schon wissen, wie das Leben in anderen Ländern abläuft, wie die Menschen dort ticken, was eigentlich anders ist und warum das alles so ist. Es gibt die Augen öffnenden Momente, wenn man Dinge im Heimatland entdeckt, die man vorher gar nicht gesehen hat, oder Situationen erlebt, die einen auf einmal im eigenen Land stören."

Die GEB blickt auf knapp 20 Jahre Erfahrung bei der Vermittlung von Auslandspraktika zurück. Inzwischen hat die GEB ein breites Netzwerk internationaler Partner und vermittelt Praktikanten in zehn verschiedene europäische Länder, pro Jahr ca. 150 Personen. Neu ist, dass außereuropäische Kontakte hinzukommen. Ab sofort können auch Praktika in Argentinien und Chile organisiert werden.

Die GEB hat Partnerorganisationen in Wroclaw und Lublin, die für die Praktikanten alle Rahmenbedingungen organisieren. Sie kümmern sich um eine geeignete Unterkunft in einer Gastfamilie oder Wohngemeinschaft, buchen einen dreiwöchigen Sprachkurs, besorgen den Praktikumsplatz und sind jederzeit Ansprechpartner bei Problemen im Gastland. Die Teilnehmer erhalten ein Stipendium aus dem EU- Programm "Leonardo da Vinci", das der Verein "Arbeit und Leben" mit der GEB unter dem Projektnamen "Homo Faber Polonia" bewilligt bekommen hat. Damit sind die Kosten für die Reise, der Transfer bei der Ankunft, der Sprachkurs, der Transport sowie die Betreuung vor Ort abgedeckt. Einmalig zahlen die Teilnehmer 400,- € für die Vermittlung.